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Am 30. November 1910 in Heiligenkreuz (Oberösterreich) geboren,
führte ihn sein Weg über die mit Auszeichnung bestandene Matura
am Gymnasium zu Kremsmünster 1929 an die Technische Hochschule in Graz.
Nach seinem Studium für Maschinenbau graduierte er 1935. Gleichzeitig
erfolgte ein Studium an der Universität Graz, philosophische Fakultät,
Fachgebiet Physik und pädagogische Fächer. Ab 1935 war er an der
Lehrkanzel für Verbrennungskraftmaschinen zunächst als wissenschaflicher
Assistent und ab 1942 am gleichen Institut als Oberingenieur tätig.

Während seiner Hochschulzeit bekam Hermann Lanz bald Kontakt zu den
Mitgliedern der Akademischen Fliegergruppe an der Technischen Hochschule,
deren aktives Mitglied er schließlich geworden ist und an der Konstruktion
und Bau von verschiedenen Segelflugzeugmustern beteiligt war. Es war dies
die Zeit in der Akaflieg, in welcher mit selbstgebauten Segelflugzeugen,
u.a. "Grüne Post", "E.S.G." und "Schökelfalke" geflogen wurde und der
Motorsegler "G20 Roland" sowie später das schwanzlose Segelflugzeug "G 23"
sich im Bau befand.
1945 nahm Lanz organisatorische Aufgaben wahr und war hauptsächlich mit
der Rückführung der während des Krieges ausgelagerten Werkzeugmaschinen
und Einrichtungen der Akaflieg, die 1944 der Technischen Hochschule Graz
zu treuen Händen zur weiteren Benützung übergeben wurden, befaßt.
Das vorhandene Fluggerät war in der Technischen Hochschule untergestellt.
Bald nach Kriegsende meldeten sich wieder die ersten Interessenten an
einer Tätigkeit in der Akaflieg. Von ihnen und einigen alten Mitgliedern
wurden weitere Segelflugzeuge im Raum Graz, die die Kriegsereignisse
heil überstanden haben, sichergestellt und in den Kellerräumen der
Technischen Hochschule gelagert.
Zu dieser Zeit war von der Alliierten Besatzungsmacht jede flugtechnische
und fliegerische Tätigkeit streng untersagt. Im Studienführer 1945/46
erschien plötzlich ein Artikel über eine angeblich in Gründung
befindliche Fachgruppe für Segelfliegen. Da dieses Druckwerk schließlich
auch in die Hände des Alliierten Rates kam, war dort natürlich Feuer am
Dach. Die Besatzungsmacht beschlagnahmte und verbrannte das gesamte
Flugmaterial. Untersuchungen setzten ein und Dipl.Ing. Lanz wurde vom
Dienst an der Technischen Hochschule enthoben. Damit fand die Tätigkeit
der Akaflieg einen vorläufigen Abschluß.
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In dieser Zeit fand Hermann Lanz Beschäftigung bei den Firmen "Friedmann
und Maier" in Hallein, besonders für die Fertigung von Einspritzpumpen für
Dieselmotoren und Zubehör sowie bei der Konstruktion von Sondermaschinen
bei der "Stölzle Glasindustrie A.G": Weiters erhielt er ab 1948 die
Befugnis eines Zivilingenieurs und war als Ständig Gerichtlich Beeideter
Sachverständiger am "Landesgericht für Zivilrechtsachen Graz" tätig. Seit
1950 war er Mitarbeiter der Anstalt für Verbrennungskraftmaschinen
Prof.Dr.techn. Hans List und ab 1954 wurde er Leiter der Abteilung für
Motorenbau bei der "Maschinenfabrik Andritz A.G." Schließlich übernahm er
von 1957 eine Lehrverpflichtung an der "Höheren Technischen Bundeslehr- und
Versuchsanstalt" in Graz-Gösting, zunächst als Vertragslehrer und ab
1964 als Professor.
Auch im Münzhandel suchte Hermann Lanz Fuß zu fassen. 1947 gründete er
in Graz ein numismatisches Geschäft und wurde schließlich zu einem der
bekanntesten Numismatikern im mitteleuropäischen Raum. 1951 zählte er zu
den Mitbegründern des ,,Internationalen Verbandes Professioneller Numismatiker
AINP und wurde später zu seinem Ehrenmitglied ernannt. Seine besondere
Zuneigung gehörte nebenberuflich nach wie vor dem Flugsport. Als nach
neunjähriger zeitbedingter Unterbrechung im Jahre 1953 die Akademische
Fliegergruppe Graz wieder zu neuem Leben erweckt wurde, war Hermann Lanz
im Proponentenkomitee und seit dieser Zeit im Vorstand tätig.
Da die ehemaligen Räumlichkeiten der alten Akaflieg durch Eingliederung
in den Hochschulbetrieb verloren gingen und damals für die zahlreichen
Konstruktions- und Bautätigkeiten der Gruppe dringender Handlungsbedarf
bestand, ist es Hermann Lanz, bekannt durch seinen grenzenlosen Optimismus
und seine selbstlosen Bemühungen gelungen, ein Haus im Wert von ÖS 400.000,--
in unmittelbarer Nähe der Technischen Hochschule für die Akaflieg zu erwerben,
wobei die Verkäuferin und seine Gattin Frau Dr. Maria Lanz mit der
Bürgschaft ihres Bausparbriefes bei der Bank für den Kaufpreis gerade
standen. Diese Liegenschaft in der Schörgelgasse 32 ist seither Heim und
Werkstätte der Akaflieg Graz geworden.
1957 schloß Lanz die "Akademischen Fliegergruppen Österreichs" (Wien, Graz,
Leoben und Linz) zum Verband der Akademischen Fliegergruppen Österreichs
"Veraflieg" zusammen und stand dieser Organisation als Präsident vor.
1961 wurde Hermann Lanz als Mitglied des Bundesvorstandes des Österreichischen
Aero-Clubs von Staatssekretär F. Grubhofer mit dem Fachreferat für
Wissenschaft betraut. Später entwickelte sich eine intensive Zusammenarbeit
mit dem damaligen Präsidenten des Österreichischen Aero-Clubs Dr. Josef
Lenz. Lanz war Präsident der 1974 von ihm gegründeten "Interessengemeinschaft
Unabhängiger Sportvereine IUS", mit dem Ziel einen Teil der Totomittel, die
ausschließlich für Vereine mit politischer Bindung zur Verfügung standen,
auch für unabhängige Vereine, zu denen u.a. die Akademischen Fliegergruppen
Österreichs zählten, umzuleiten.
Hermann Lanz wurden in dieser Zeit zahlreiche Ehrungen zuteil. U.a. erhielt er 1971 in Anerkennung seiner Verdienste um die Osterreichische Sportluftfahrt das Goldene Ehrenzeichen des Österreichischen Aero-Clubs.
Ein interessantes und arbeitsreiches Leben liegt hinter ihm, nicht nur
von Ehrungen und Freuden begleitet, sondern auch von Schicksalsschlägen
gezeichnet. Lieber Hermann wir, die Akademischen Fliegergruppen, der
Österreichische Aero-Club und alle Deine Mitarbeiter, danken Dir für
Deinen stets selbstlosen Einsatz für den Flugsport Österreichs.
Dipl.-Ing.Fritz Leber
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